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DIE GESCHICHTE DER MERKURTRANSITEMusik: W.A. Mozart, Sonata in C.
Für die meisten astronomisch Interessierten ist ein Merkurtransit zunächst einmal ein seltenes und faszinierendes Himmelsereignis, das sie wenn eben möglich beobachten möchten. Merkurtransite haben aber auch eine gewisse Bedeutung in der Astronomiegeschichte und sind in Sonderfällen sogar heute noch von wissenschaftlicher Bedeutung, wie die externen Links zeigen, die wir Ihnen in den folgenden Abschnitten vorstellen. |
DIE MERKURTRANSITS 1631 - 1993
IMCCE: Passages des planètes Mercure et Vénus devant le Soleil - Histoire Im 12. Jahrhundert vermutete der arabische Astronom Alpetragius, dass Merkur durchsichtig sein müsse, weil er den Planeten nie vor der Sonnenscheibe gesehen hatte. Diese Vermutung war zwar nicht zutreffend, aber bereits die erste Beobachtung eines Merkurtransits - am 07.11.1631 durch Pierre Gassendi - zeigte ein Planetenscheibchen, das viel zu klein war, um mit bloßem Auge sichtbar zu sein. Zwar hatte es zwischen der Erfindung des Teleskops und dem Jahr 1631 bereits 3 Transits gegeben - aber erst im Jahr 1629 veröffentlichte Kepler erstmals Ephemeriden (für das Jahr 1631), in denen ein Merkurtransit vorausberechnet worden war.
Zum zweiten Mal wurde ein Merkurdurchgang am 03.11.1651 von Jeremiah Shakerley in Indien beobachtet. Johannes Hevelius verfaßte eine Schrift über den Merkurdurchgang, den er am 3. Mai 1661 sah. Der wohl berühmteste Merkurtransit fand am 07.11.1677 statt. Edmond Halley beobachtete ihn auf St. Helena mit einer bis dahin unerreichten Genauigkeit und entdeckte dabei das Phänomen des "Schwarzen Tropfens". Halley entwickelte aufgrund seiner Ergebnisse eine Methode (Beschreibung bei Jürgen Giesen), um mit Hilfe von Venustransits die absolute Entfernung zwischen Erde und Sonne zu bestimmen. Die wissenschaftliche Bedeutung verging, doch die Faszination, eine ferne Welt vor der Sonne schweben zu sehen, blieb, insbesondere als die Astronomie im 20. Jahrhundert zum Hobby breiterer Bevölkerungsschichten wurde. Deshalb stößt man hier und da noch auf Fotos der beiden in Mitteleuropa vollständig sichtbaren Merkurtransits in den Jahren 1970 und 1973 oder vom Transit 1993, der erstmals mit Hilfe von Satelliten beobachtet wurde. Aber auch von früheren Transita, z.B. 1907, 1914 oder 1953 sind in der Literatur Abbildungen zu finden. Der Merkurtransit 1986 war nur im Südosten des deutschen Sprachraumes kurz nach Sonnenaufgang für maximal eine halbe Stunde sichtbar. Zudem waren an diesem Tag die Wetterbedingungen nicht optimal, wie das rund 3 Stunden vor Ende des Transits aufgenommene Satellitenbild belegt. Dennoch gelang es Klaus Schulze-Frerichs, das Ereignis im Burgenland zu beobachten und zu fotografieren (Bericht & Fotos). ![]() Satellitenbild (Infrarot, Ausschnitt) von NOAA 9 vom 13.11.1986, 03.10 UT.
Image courtesy to Dundee Satellite Receiving Station, Dundee University, Scotland.
ERGÄNZENDE LINKS: |
DER MERKURTRANSIT 2003 |
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