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WIE BEOBACHTET MAN EINEN MERKURTRANSIT?
Musik:
Lassus
, Echo Song.
Weil der
Merkur
von der Erde aus nur einen scheinbaren Durchmesser von etwa 13 Bogensekunden aufweist, braucht man laut Literatur ein Teleskop mit mindestens 30- bis 50-facher Vergrößerung, um den Planeten als winzigen schwarzen Punkt über die vergleichsweise riesigen Sonnenscheibe wandern zu sehen. Eine Reihe von Beobachtern konnten das Planetenscheibchen allerdings beim Transit am
07.05.2003
mühelos mit Ferngläsern der Stärke 10 x 25, 10 x 30, 10 x 50 oder 7 x 50 als winzigen, gestochen scharfen Punkt sichten (
Diskussion im Forum von astronomie.de
). Beim Transit am
08.11.2006
war dies ebenfalls möglich, obwohl der scheinbare Durchmesser des Merkurscheibchens nur 10 Bogensekunden - gegenüber 12 in 2003 - betrug. Beim Transit am
09.05.2016
werden es wieder rund 12 Bogensekunden sein.
Schauen Sie sich die nachfolgende Abbildungen einmal aus etwa 1,5 Meter Entfernung an:
So etwa sehen Sie die Sonne während eines Merkurtransits mit bloßem Auge durch eine "SoFi-Brille" - keine Spur von Merkur:
Im Fernglas (10 x 40, mit Objektivfiltern) sollte sich etwa folgender Anblick bieten - das Merkurscheibchen ist so gerade erkennbar:
Ein kleines Teleskop liefert bei rund 50facher Vergösserung durch ein Objektivfilter ungefähr dieses Bild - da ist er, klein, aber deutlich:
Bei der Beobachtung des Transits kann das Planetenscheibchen u.U. mit
Sonnenflecken
verwechselt werden. Während Merkur aber rasch über die Sonne wandert, bewegen sich Sonnenflecken nur sehr langsam mit der Sonnenrotation, die immerhin 25 Tage dauert, mit. Über einen Zeitraum von wenigen Stunden erscheinen sie praktisch ortsfest. Außerdem bestehen Sonnenflecken aus einem dunklen Zentralbereich, der
Umbra
, und einem helleren Randbereich, der
Penumbra
, während Merkur als strukturloses dunkles Scheibchen erscheint. Auf dem nachstehenden Foto vom Transit am
07.05.2003
sehen Sie sowohl einen Sonnenfleck (links) als auch den Merkur (rechts)
Selbstverständlich darf die gleißend helle Sonne nur mit speziellen Sicherheitsvorkehrungen beobachtet werden. Ein ungeschützter Blick durch ein Fernglas oder Teleskop auf die Sonne führt zur sofortigen, irreversiblen Zerstörung des Auges! Lesen Sie zum Thema "Sicheres Beobachten" bitte unbedingt diesen
Artikel
, der anlässlich des Merkurtransits 1999 erstellt wurde. Kein Risiko geht man mit der
Projektionsmethode
ein (
Beschreibung bei astronomie.de
).
Falls Sie selber nicht über ein geeignetes astronomisches Instrument verfügen, brauchen Sie trotzdem nicht auf den Merkurtransit zu verzichten. Viele Sternwarten und astronomische Vereine bieten bei einem solchen Anlaß öffentliche Beobachtungen an.